Große
Geschichte, bewegende Gegenwart…
Tradition & Trend: Gedanken über die gute alte Zeit
und darüber, was heute alles besser ist.
Spazieren Sie mit uns gelassen vom 12. Jahrhundert ins neue
Jahrtausend.Der Saltauserhof hat Geschichte. Als ältester
"Schildhof" bot er hier, wo sich Burggrafenamt und
Passeier die Hand reichen, Reisenden seit jeher Quartier.
Nur dem Gericht des Landeshauptmanns unterstellt, in Zeiten
des Krieges mit der Sicherung des Jaufenweges beauftragt und
im Frieden "Hof-Lieferant" von Fisch und Wildbret
für Schloß Tirol, genoß er einen Sonderstatus
bei Adel, Bürger und selbst der Kirche.
Andreas Hofer traf sich 1809, dem Freiheitsjahr,
mit Bauern in Saltaus, ja, in Kellergewölben wurden Widersacher
festhgehalten.
Durch eine Urkunde des Landesfürsten König Heinrich
wurden 1317 einige Männer aus dem Passeier zu "Einschildrittern"
und somit in den niederen Adelsstand erhoben. Diese landesfürstlichen
Dienstmannen hatten als Gegenleistung für Waffendienste
verschiedene Privilegien wie z.B. das volle Jagd- und Fischereirecht
und bestimmte Steuerfreiheiten. Aus der Bezeichnung "Schildherren"
wurde später die Bezeichnung "Schildhöfe".
Heute gibt es in Passeier noch 11 dieser architektonisch auffallenden
Höfe.
Der Schildhof Saltaus am Eingang des alten
Gerichtes Passeier aus dem 12. Jahrhundert ist der älteste
im Tale und war bereits 1254 Zollstation der Grafen von Tirol.
Man vermutet aber viel früher eine Raststation am heutigen
Standort, denn bereits um 15 v. Chr. führte ein Römerweg
über den Jaufen und die römischen Bezeichnungen
saltus (Schlucht) oder saltuosus
(schluchtig) verweisen sowohl auf den heutigen Namen Saltaus
als auch auf das Gelände. Der Großhof, der 1240
geteilt wurde in Unter- und Obersaltaus und Stega, ging frühzeitig
in den Besitz Adeliger über. Die Edlen von Saltaus trugen
in ihrem Wappen drei Lilien.
In der Zeit um 1670 wurden im Schildhof Saltaus gelegentlich
Gerichtverhandlungen abgehalten, obwohl der Schildhof nie
als regulärer Gerichtssitz im Tale aufschien. Auch die
Jahre der Tiroler Freiheitskämpfe gingen am Saltauserhof
nicht spurlos vorbei: dort fanden öfter Beratungen der
Bauern statt, 1809 wurden die Kellerräume des Gasthauses
als Gefängniszellen für Bayern und Franzosen genutzt.
Der Schildhof hatte immer wieder verschiedene Besitzer und
Pächter. Josef Valentin Haller zu Saltaus
(auch Bürgermeister von Meran) nahm Mitte des 19. Jh.
viele Restaurierungen am Gasthaus und den Nebengebäuden
vor.
Zur Jahrhundertwende kam der Hof in finanzielle Schwierigkeiten
und wurde von der Stadtverwaltung Meran ersteigert und mehrmals
wiederverpachtet, was immer mehr zum Verfall des Gutes führte.
1936 erstand Josef Pircher den Schildhof,
baute ihn als Gastbetrieb wieder auf und legte den Grundstein
dafür, dass heute seine Nachkommen ein gutgehendes und
mustergültig renoviertes Hotel führen.
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